Please disable Ad Blocker before you can visit the website !!!

Goldener Eispickel für Tiroler Bergsteigerlegende Peter Habeler

Piolet d’Or würdigt das Lebenswerk des Zillertalers

Freitag, 6. November 2026
thumbnail

Eine der höchsten internationalen Auszeichnungen im Alpinismus geht nach Tirol: Der 84-jährige Zillertaler Peter Habeler wurde in Frankreich mit dem renommierten Piolet d’Or für sein Lebenswerk geehrt. Eine besondere Würdigung für einen Mann, der gemeinsam mit Reinhold Messner Bergsteigergeschichte geschrieben hat.

Es ist eine Auszeichnung, die in der Welt des Bergsteigens höchstes Ansehen genießt. Der Piolet d’Or, auch als „Oscar des Alpinismus“ bezeichnet, würdigt außergewöhnliche Leistungen am Berg. Bei der diesjährigen Preisverleihung in der französischen Alpenregion Oisans stand mit Peter Habeler einer der ganz Großen des internationalen Alpinismus im Mittelpunkt.

Der gebürtige Mayrhofner erhielt den Walter-Bonatti-Preis für sein Lebenswerk. Damit würdigte die internationale Bergsteigerwelt nicht nur seine spektakulären Gipfelerfolge, sondern vor allem seine Einstellung zum Bergsteigen: mit möglichst wenig technischer Unterstützung, aus eigener Kraft und im Einklang mit der Natur.

Mit Messner schrieb er Geschichte

Unvergessen bleibt der 8. Mai 1978. Gemeinsam mit Reinhold Messner erreichte Peter Habeler als erster Mensch den Gipfel des 8.848 Meter hohen Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff. Eine Leistung, die damals viele Experten für unmöglich gehalten hatten und die das Höhenbergsteigen revolutionierte. Doch bereits zuvor sorgte das legendäre Bergsteigerduo für internationale Schlagzeilen. 1974 durchstiegen Habeler und Messner die berüchtigte Eiger-Nordwand in nur zehn Stunden. Ein Jahr später gelang ihnen am 8.080 Meter hohen Gasherbrum I eine außergewöhnliche Besteigung im Alpinstil.

Ein Zillertaler, der seiner Heimat verbunden blieb

Trotz seiner weltweiten Erfolge ist Peter Habeler stets eng mit seiner Tiroler Heimat verbunden geblieben. Schon als Kind entdeckte er seine Begeisterung für die Berge. 1965 wurde er Bergführer und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten österreichischen Alpinisten. Seine Leidenschaft für das Bergsteigen blieb auch im fortgeschrittenen Alter ungebrochen. Noch mit 74 Jahren durchstieg er gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Tiroler Spitzenalpinisten David Lama erneut die Eiger-Nordwand.

Höchste Anerkennung der Bergsteigerwelt

Mit dem Piolet d’Or für sein Lebenswerk reiht sich Habeler in eine illustre Gesellschaft internationaler Bergsteigerlegenden ein. Die Ehrung des mittlerweile 84-jährigen Zillertalers ist zugleich eine Würdigung der großen Tiroler Bergsteigertradition. Peter Habeler hat über Jahrzehnte eindrucksvoll bewiesen, dass im Alpinismus nicht allein die Höhe eines Gipfels zählt, sondern vor allem der Weg dorthin.

Ein goldener Eispickel für ein außergewöhnliches Bergsteigerleben – und eine Auszeichnung, auf die ganz Tirol stolz sein darf.

Toni Silberberger

Peter Habeler mit der weltweit begehrtesten Auszeichnung – dem „Der Piolet d’Or“ – die höchste, die ein Alpinist erreichen kann, vor wenigen Tagen in Oisans. Foto: PIOTR DROZDZ

Hinter den großen Gipfelerfolgen stehen persönliche Erlebnisse und Erinnerungen. Anlässlich seiner Auszeichnung haben wir mit Peter Habeler darüber gesprochen, was ihn geprägt hat, was ihm die Berge heute bedeuten und welche Wünsche noch offen sind.

Peter, wie hast du den Moment erlebt, als du in Frankreich für dein Lebenswerk ausgezeichnet wurdest? Mit großer Freude, denn diese Auszeichnung bedeutet mir unglaublich viel. Besonders schön war, dass meine Frau Jutta an meiner Seite war. Sie ist selbst eine gute und begeisterte Klettererin und kann deshalb gut nachvollziehen, was diesen Sport für mich so besonders macht. Diesen Moment mit ihr zu teilen, hat die Ehrung für mich noch wertvoller gemacht.

Eine solche Auszeichnung lädt zum Zurückschauen ein. Welche Erinnerung war an diesem Abend plötzlich wieder ganz lebendig? Vor allem das Glück, mit so großartigen Partnern unterwegs gewesen  zu sein. Bis auf Reinhold sind sie leider alle nicht mehr unter uns. Da mischt sich in die Dankbarkeit auch Wehmut.

Als Kind bist du mit den Zillertaler Bergführern mitgegangen. Erinnerst du dich an den Moment, in dem du wusstest: Das soll mein Leben werden? Ja, daran erinnere ich mich noch sehr gut. Als Zehnjähriger sah ich die Mayrhofner Bergführer Volgger Toni, Geisler Otto und Lechner Hermann „Etschn“, zu einer Bergtour aufbrechen. Sie trugen ihre Rucksäcke, bepackt mit Seil und Pickel. Das war der Moment, wo ich wusste: Ich möchte Bergführer werden.

Du bist deiner Heimat immer verbunden geblieben. Was gibt dir das Zillertal, das du auf deinen Reisen nirgendwo sonst gefunden hast? Vor allem Geborgenheit. Im Zillertal sind meine Familie, meine Freunde und die vielen vertrauten Menschen, die zu meinem Leben gehören. Und natürlich die Zillertaler Berge, die mir seit meiner Kindheit vertraut sind. 

Wann hast du zuletzt am Berg einen Moment erlebt, den du am liebsten festgehalten hättest? Solche Momente erlebe ich immer wieder. Jeder Erfolg am Berg kann etwas Besonderes sein, auch auf einem leichten Berg. Die Intensität eines Erlebnisses hängt für mich nicht von der Höhe oder der Schwierigkeit ab. Auch eine einfache Tour kann mir einen Moment schenken, den ich am liebsten festhalten möchte.

Was machst du am liebsten, wenn du gerade nicht in den Bergen unterwegs bist? Ich bin auch gerne auf den „pärigen“ Klettersteigen in Mayrhofen und Ginzling unterwegs. Dort ist man eigenständig unterwegs, benötigt keinen Seilpartner zur Sicherung, kann jederzeit einsteigen und tut etwas für die Fitness. Das Besondere: Je nach Schwierigkeitsgrad bieten sie Jung und Alt ein passendes Bergerlebnis.

Welchen Wunsch hast du noch, den dir auch ein Goldener Eispickel nicht erfüllen kann? Natürlich wünsche ich mir Gesundheit und dass ich noch lange in den Bergen unterwegs sein kann. Dazu bewegende Gespräche mit Freunden, Freude und Humor.

Peter vor dem Grabmal des Bergsteigers Emil Zsigmondy, der mit nur 23 Jahren tödlich abstürzte. Sein Grab liegt auf dem kleinen Friedhof von Saint-Christophe-en-Oisans in den Dauphiné-Alpen, nur wenige Kilometer von der Absturzstelle entfernt. An ihn erinnert bis heute die Zsigmondyspitze in den Zillertaler Alpen. Foto: privat

Lieber Peter, 

die Zillertaler Heimatstimme und die Marktgemeinde Mayrhofen mit dem Kulturausschuss gratulieren dir ganz herzlich zum Goldenen Eispickel und zur Würdigung deines außergewöhnlichen Lebenswerks. 

Wir wünschen dir weiterhin viel Gesundheit und viele schöne Stunden in deinen geliebten Bergen!

Schreibe einen Kommentar

Zillertaler Heimatstimme

Service