In früheren Jahren war der Tag „Mariä Aufnahme in den Himmel“ im Bewusstsein der Gläubigen ein bedeutungsvoller Festtag. Dieser Glanz ist verblasst. Die Urlaubseindrücke sind nachhaltiger, Freizeit-Veranstaltungen ansprechender. Manch einer mag sich die Frage stellen: Auf was läuft denn mein Leben hinaus? Wie kann denn mein Leben glücken? Was bleibt am Ende?
Ein Blick auf Maria kann uns weiterhelfen. Wir sind eingeladen, im Glauben mit der ganzen Kirche die Verherrlichung Mariens bei Gott zu feiern. Oder wie wir auch sagen: Die Aufnahme Mariens in den Himmel. Was wir für uns selbst mal stärker, mal verhaltener erhoffen – erlöstes und erfülltes Leben – das ist für Maria Wirklichkeit geworden. In Maria wird uns gesagt: Das Leben endet nicht beim Tode, sondern führt in ein neues Leben. Es ist jenes neue Leben, in dem selbst die Grenzen des Todes nicht mehr gelten. Denn dieses neue Leben, dieser „Himmel“ ist Gottes Liebe selbst. Das Wort „Himmel“ bezeichnet nicht einen Ort irgendwo, sondern damit ist die Sphäre Gottes gemeint, die für uns noch unsichtbar ist, aber im Glauben erahnt werden kann. In diese Sphäre hat Jesus als Ersterlöste seine Mutter aufgenommen. Am Fest ihrer Aufnahme in den Himmel bekennen wir von Maria eine Vollendung, die für uns noch Inhalt des Glaubens und der Hoffnung ist: dass Gott an uns – gleich ihr – handeln wird, um uns die Herrlichkeit zu schenken, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
In Jerusalem feierte man schon im 5. Jahrhundert am 15. August einen Gedenktag der Gottesmutter, der sich im ganzen Orient als „Tag, an dem die heilige Maria entschlafen ist“, ausbreitete und im 8. Jahrhundert als „Aufnahme der seligen Maria“ auch in Rom Eingang fand.


