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In Erinnerung an Erich Kästners Aufenthalt in Mayrhofen
Dieses bekannte Zitat des berühmten Schriftstellers Erich Kästner ist ein Aufruf zum Handeln, wobei das Gute erst durch Taten zur Wirklichkeit wird.
Angesichts der Gedenk- und Befreiungsfeiern zum Ende des Zweiten Weltkriegs, nach dem unsere Heimat Österreich wieder ein demokratisches, freies Land wurde, sollte der Autor Kästner nicht vergessen sein. Für ihn war Freiheit lange Zeit ein unerreichbares Gut. Erich Kästner fand in den letzten fünf Kriegsmonaten des Jahres 1945 eine schützende Bleibe in Mayrhofen, um der Verfolgung durch die NS-Machthaber zu entgehen. Bereits im Jahre 1933 wurden anlässlich der Bücherverbrennungsaktion in Berlin zehntausende Bücher als „undeutsche Literatur“ verbrannt. Erich Kästner musste zusehen, wie auch seine Bücher ein Raub der Flammen wurden.
Dass Kästner nicht in die Hände der Gestapo (Geheime Staatspolizei) geriet und in Mayrhofen Zuflucht fand, verdankte er einem glücklichen Zufall:
Anfang März 1945 brach ein Team der deutschen IFA-Filmgesellschaft mit sechzig Mitarbeitern von Berlin nach Mayrhofen auf. Es sollten angeblich Außenaufnahmen in der malerischen Gegend für einen Propagandafilm zum deutschen Endsieg gedreht werden. Tatsächlich aber war das Filmprojekt eine getarnte Rettungsaktion für Künstler und andere von den Nazis verfolgte Personen. Kästner schloss sich dem Filmteam an, sodass er, ohne Schaden zu nehmen, das Kriegsende bis zum Einmarsch der US-Truppen in Tirol miterleben konnte.
Erich Kästner wohnte in der Pension Steiner bei sehr gastlichen Leuten, wie er in seinen Memoiren betonte. Gerne hielt er sich auch im idyllischen Waldcafe auf.
Der Autor schildert in seinem 1961 veröffentlichten Tagebuch NOTABENE 45 sehr eindrucksvoll die Geschehnisse während seines Aufenthaltes in Mayrhofen. Übrigens, der „Endsieg-Film“ der IFA kam nie zustande. Die Filmleute waren nur zum Schein durch die Gegend um Mayrhofen gezogen, ohne Filmrollen für die Aufnahmen zur Verfügung zu haben. Es war also „ein Film ohne Film“.
Erich Kästner, geboren am 23. Februar 1899 in Dresden, gestorben am 29. Juli 1974 in München, war einer der berühmtesten Autoren der deutschen Literatur. Besondere Popularität erlangte er auch durch seine humorvollen, zeitlosen, oft verfilmten Jugendbücher wie „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“, „Das doppelte Lottchen“, „Das fliegende Klassenzimmer“ etc.
Noch ein Zitat des Dichters: „Denkt an das fünfte Gebot: Schlagt eure Zeit nicht tot!“
OSR Hugo Stöckl

