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Anno dazumal – Ortschronik Mayrhofen

Mittwoch, 24. Juni 2026
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Das Gauderbier hat‘s in sich

Franz Wechselberger erzählt

Das Gauderbier hat‘s in sich, das musste auch Point Felix –
ein Hogemor aus Hippach  „treast‘n Gott“ am eigenen Leib erfahren. 

Er ließ sich eine Gauderwurst und eine halbe Gauder schmecken, fein schien die Maisonne vom Himmel und nach jeder halben Gauder schmeckte die nächste noch besser. Es war eine „Riesen-Gaude“.  

Als er glaubte, dass er nun genug Gerstensaft  intus hatte, machte er sich auf den Heimweg. Von Zell bis nach Hippach ist es ein langer Weg, und für Felix war es keine Kleinigkeit, seinen „Affen“ so weit liefern zu müssen. Am Anfang ging es ganz gut. Da führte eine Mauer den Ziller entlang, wo er sich im Notfall stützen konnte. Dann war der Weg bis zum Wepsner in Laimach eingezäunt, er kam zwar ein-  bis dreimal zu Sturz, aber solange die Mauer oder der Zaun erreichbar waren, gelang es Felix immer wieder auf die Beine  zu kommen.

Wahrscheinlich war Felix durch das ständige Auf und Ab etwas müde geworden, und sein Räusch`l stellte ihm immer öfter des „Hax`l“. Die Ursache seines nächsten Sturzes konnte nicht mehr festgestellt werden, denn Felix lag bereits der Länge nach am Boden. Was jetzt? Keine Mauer und auch kein Zaun war mehr bei der Hand, und alle Aufstehversuche misslangen. Auf allen Vieren kroch er zum nächsten Erlenbaum, um sich daran aufzurichten. Doch sobald er die Hände vom Boden hob, bekam er das Übergewicht nach vorne. Schließlich musste er einsehen, dass alle Versuche vergeblich waren. So blieb er liegen und schlief ein.

Als er erwachte war es noch dunkel, aber es ging schon auf den Morgen zu, die alkoholischen Dämpfe haben sein Kopf  leer gemacht,  er wusste gar nichts, rein gar nichts mehr. 

Als er so gedankenlos ins Dunkel starrte, hörte er plötzlich ein Geräusch. Mit schweren Schritten kam ein Schatten auf ihn zu,  groß und dunkel wie der Leibhaftige. Ruckzuck war Felix auf den Beinen: „Holla Mandl, geah na her do!“ Er spuckte sich zweimal in die Hände  und flog den Gegner an. Im selben Augenblick bekam Felix einen Schlag, der ihn aus den Angeln hob. Es wurde dunkel und legte ihn um. Felix tat keinen „Riahrer“ mehr. 

Als der Tuxer Bauer am Morgen seinen Gaul aus der Laimacher Aue holte, befand sich Felix noch immer dort, wo ihn der Schlag des Gaules hin geworfen hat.

Als Felix schließlich wieder zu sich kam, schien ihm bereits die Mittagssonne ins Gesicht, er versuchte einen  Gedanken zu fassen, es gelang ihm nicht, er wusste nichts,  rein gar nichts.

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