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„Heiziechn“

Anno dazumal – Ortschronik Mayrhofen

Donnerstag, 12. März 2026
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Am Brandberg war es immer schon hart und mühsam für die Bergbauern ihr Brot zu verdienen und das ist es auch heute noch,  obwohl der technische Fortschritt so manche Erleichterung gebracht hat. Aber im Großen und Ganzen muss der Bauer dort oben auch heute noch im harten Tagwerk, in den steilen Bergmähdern zusätzlich Heu machen, um sein Vieh leichter durch den Winter füttern zu können. Das Bergheu wird dann in sogenannten „Tristen“, deren Bau eine Kunst ist, auf dem Berg aufbewahrt. Im Spätherbst wird es dann auf Holzböcken zum Heimstall gebracht. Dies ist eine nicht ungefährliche und sehr schwere Arbeit, die Erfahrung  und Können verlangt.

Im November 1916 stapfte der „Alblerbauer“ Josef Geisler in Begleitung eines kriegsgefangenen Russen zum Laberg hinauf. Alles ging dem Seppl an diesem Tag gegen den Wind. Seine Laune war daher gar nicht die Beste. Das Beladen des Heubocks ging schon nicht, wie es gehen sollte, aber endlich war es doch so weit und es ging dem Heimstall zu. Mit allergrößter Mühe am sogenannten Priglberg vorbei, herein zum Lixlbach und, weil es eben heut alles schief ging, „kalberte“ Seppl mit seinem Heubock. Nun brannten seine Sicherungen durch. Mit einem Fluch, den man dem braven Sepp nie zugetraut hätte, zog er die Streichholzschachtel aus seiner Hosentasche, ritzte ein Streichholz an und warf es ins Bergheu, das zu brennen begann. Damit waren der Zorn und der Ärger des Tages verflogen. Er riss seinen „Beggl“ vom Kopf und hetzte zum Bach, um den Brand zu löschen. Mit dem zweiten „Beggl“ Wasser war der Brand gelöscht. Den Heubock brachte er mit Hilfe des Russen wieder in die  richtige Lage und kam schließlich gut zum Heimstall.

Von diesem Vorfall hätte wahrscheinlich niemand erfahren, wenn nicht der Russe alles lang und breit in der Stube beim Tanner mit einem Schmunzeln erzählt hätte.

Aufm Weg zur Triste

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