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Nach den Kollands kommen die Eberharter

Anno dazumal – Ortschronik Mayrhofen

Freitag, 21. August 2026
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Warum Peter Kolland, der Urgroßvater des heiligen Engelbert, Mayrhofen verließ, kann nur vermutet werden. 

Um 1770 verkaufte er das Anwesen beim „Unteren Bäcken“ an Judith Garber vom Fasserbauern am Zellberg. Mit ihrem Ehemann, dem bekannten Zillertaler Handelsmann Michael Eberharter, und ihren vier Kindern übersiedelte die Familie nach Mayrhofen. Im selben Jahr verunglückte Michael Eberharter mit seinem Fuhrwerk am Eckertauerbichl. Ein großes Kreuz, das Fasser Kreuz, erinnert noch an dieses Unglück. Michael Eberharter ließ eine junge Witwe und vier unmündige Kinder zurück. Als die tüchtige Witwe Judith Eberharter das Wiesinger Gut in Schwaz kaufte, übergab sie ihrem ältesten Sohn Karl (geboren 1874) das „Untere Bäcken“-Anwesen mit Geschäft und Bäckerei.

Karl heiratete die damalige Herrenköchin beim „Glaserwirt“ (heute Neue Post) Elisabeth Kolland vom Emberg (Gemeinde Ried). Unter der tüchtigen Leitung von Karl und Elisabeth nahm das Geschäft einen großen Aufschwung. „Bäcken Karl“, wie er allgemein genannt wurde, war allseits bekannt als guter Gesellschafter und beliebter Mayrhofner von altem Schrot und Korn. Bei allen gemeinnützigen Unternehmungen wirkte er tatkräftig mit und schuf sich dadurch einen großen Freundeskreis. „Bäcken Karl“ hatte es auch faustdick hinter den Ohren und man wusste nie genau, was er im Schilde führte.  Bei einer Zehrung füllte er in die Zwetschkenknödel einen ausgekauten Kautabakzollen und machte mit der austragenden Kellnerin aus, welcher Tisch die präparierten Knödel bekommen sollte.

Um seine Familie besser mit landwirtschaftlichen Produkten zu versorgen, kaufte er in der Stillup eine kleine Alm – das „Waldl“. Diese besuchte er trotz seiner vielen Arbeit oft und gerne. Dabei hat er immer einen seiner Buben im Buggelkorb hineingetragen. Bei einem dieser Besuche in der Stillup erlitt er aber eines Tages eine starke Verkühlung, an deren Folgen er nach 3 Tagen Krankenlager am 10. August 1908 verstarb. Mitten in der Hochsaison ließ Karl die junge Witwe mit ihren drei unmündigen Kindern Fanz, Seppal und Nanne zurück.

Dass „Bäckn Karl“ selbst am Sterbebett seinen Humor  nicht verlor, zeigt eine testamentarische Verfügung: Bei seiner Zehrung soll ausreichend Zwetschkenkompott aufgetragen werden und die Musikkapelle, deren aktives Mitglied er war, sollte vom offenen Grab mit einem schneidigen Marsch wegmarschieren.  

Tatsächlich marschierte die Musikkapelle nach der Trauerfeier für viele überraschend mit dem „Holzhacker Marsch“ vom Friedhof.

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