Als Wanderer und Bergsteiger erleben wir die Natur hautnah, – gleichzeitig verändert sie sich zunehmend vor unseren Augen. Welche Rolle spielt dabei der Mensch? Was ist eigentlich saubere Energie? Wohin geht die in Tirol erzeugte elektrische Energie? Diesen und anderen Fragen stellen wir uns auf der Anreise ins Oberland nach Pfunds.
Schon zu Beginn unserer Wanderung, durch die „Pfundser Tschey Wiesen“, beeindruckt uns diese unter Naturschutz stehende einzigartige Kulturlandschaft!
Am Ende des „Tschey“ biegen wir ab nach Süden und entlang des Platzerbaches wechselt nun die Landschaft allmählich. Vorbei an den Ruinen des ehemaligen Pochwerks, des Silber- und Bleibergwerkes, gelangen wir zur Platzalm. Die Almpächter versorgen hier Mensch und Tier, erzählen vom Alltag, von Freud und Freiheit, aber auch von Sorgen.
Den weiteren Weg werden wir geführt von einer sehr um den Erhalt des Platzertales bemühten jungen Frau. Den Weg teilen wir mit den Almkühen und Fröschen, es gibt im Talgrund keinen richtigen Weg.
Schließlich auf einer Seehöhe von 2.300m liegt eine unberührte Landschaft vor uns, der Platzerbach mäandert dahin. Ein Tiefmoor, dazwischen glasklare Tümpel und Schutthügel, alles Relikte der Eiszeit. Das Tal zieht sich flach weiter, um schließlich steil anzusteigen, bis zu den Bergspitzen auf 3.000 m.
Unsere junge Begleiterin erzählt uns vom Projekt Ausbau Kaunertal mit dem Speicher Platzertal. Unsere Gruppe aus dem Zillertal, mit Beteiligung aus Vorarlberg, weiß um die Notwendigkeit einer Änderung bei der Energienutzung /
Energieerzeugung. Es geht auch um die Fragen der Versorgungssicherheit, der Naturgefahren, des Wasserangebotes in der Zukunft. Zuletzt um die Frage, benötigen wir wirklich zusätzlich zu den bereits laufenden Baustellen – Kühtai und Haiming – ein neues Großprojekt?
Während unserer Wanderung werden nicht alle Fragen beantwortet, darum geht es auch nicht. Wir machen uns selber ein Bild von der „Schönheit des Platzertales“, und sind sehr beeindruckt!
Nachdenklich, müde vom Wandern, Zuhören und Reden, und ausgedörrt von der heißen Sonne kehren wir schließlich zurück zur Tschey. Eines ist uns allen bewusst, für schwierige Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Mit Zuversicht und Mut wollen wir sensibel auf die Natur achten, unsere Verantwortung für die nachfolgenden Generationen wahrnehmen.
Hinweis
Sonnenaufgangswanderung auf die Serles am 15. Juli
Anmeldung bei Josef Angebrand, 0664 / 75001872
