Please disable Ad Blocker before you can visit the website !!!

In Erinnerung: Otto Rauter, Architekt und Mitbegründer der Penkenbahn

Donnerstag, 25. Juni 2026
thumbnail


40. Todestag am 01. Juli 2026 – Teil 1

Am 1. Juli 2026 jährt sich zum 40. Mal der Todestag von Otto Rauter. Er hatte einen bemerkenswerten Lebenslauf.

Geboren 1902 in Hainzenberg als Sohn des Baumeisters Johannes Rauter und der gelernten Köchin Sabina Außerhofer. Beide Eltern entstammten dem Pustertal. Von den 5 Kindern überlebten zwei das Kindesalter. Seine Mutter wird Witwe im Jahr, als die „Villa Rauter“ in Durst, die Lebensinvestition seines Vaters in die Verheißung „Tourismus“, 1906 fertig wurde. Sie sorgte bei aller Beschwernis für die bestmögliche Ausbildung ihrer Kinder.

Otto entschloss sich,16-jährig, heimlich, die vom 1. Weltkrieg zerstörte Monarchie zu verlassen und auszuwandern. Er kam nur bis Südtirol. Aufgefangen von einem Sägewerksbesitzer, der früher als Internierter in der Villa Rauter seiner Mutter zur Hilfe zugeteilt gewesen war. In dessen Sägewerk begann er eine Ausbildung. Seinen Abschluss holte er nach seiner Rückkehr in Innsbruck als einer der ganz wenigen Schulabbrecher nach.

Ein Gast in der „Villa Rauter“ war ein großer Berliner Bauunternehmer. Dieser holte Otto 1927 nach Berlin in die Architekturabteilung seiner Firma. In der Krise dann entlassen, gelang ihm in dieser schwierigen Zeit eine bemerkenswerte Karriere als Architekt in Berlin. Viele Häuser namhafter Persönlichkeiten waren sein Werk, sie stehen auch heute noch, genau so wie zwei Arbeitersiedlungen und eine Fabrikanlage. Die Siedlung in Kladow wurde sogar 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Aus der Zeit stammte auch die Bekanntschaft mit Erich Kästner, Autor von „Nota bene 45“, Buch mit vielen Bezügen zu Mayrhofen zu Kriegsende.

Seinem Geburtsjahr geschuldet – zu jung für den 1., zu alt für den 2. Weltkrieg und als Österreicher konnte er zunächst dem direkten Kriegsgeschehen entkommen. Fast. Er wurde zum Kommando „Tarnung“ 1944 nach Posen beordert und entkam der roten Arme mit dem legendären letzten Zug aus dem Osten.

Von Berlin gelang es ihm auf skurrile Weise nach Mayrhofen zu kommen: Er sollte ein Exemplar des „Generalplan Ost“ dem Gauleiter Hofer in Innsbruck überbringen. Der Trick gelang. Er war ja nicht nur Architekt im städtischen Umfeld, er galt auch als ausgewiesener Fachmann für das ländliche Bauen, ein Thema von Gewicht, da man ja glaubte, den „Osten“ zu besiedeln …

Seine Berichte vom schnellen russischen Vormarsch wurden ihm in seiner Heimat allerdings zum Verhängnis. Der damalige Direktor des Magnesitwerkes denunzierte den eben gewordenen Vater wegen Wehrkraftzersetzung im Februar 1945 und so musste er zum Volkssturm an den Fernpass, um die Amerikaner aufzuhalten. Er hatte die 50% Überlebenschance. Und kam zurück!

Zunächst waren Aufträge rar und so machte er sich daran, den Bestand an damals noch sehr zahlreichen Bauernhöfen seiner näheren Heimat samt Gerätschaft in Zeichnungen zu dokumentieren, aus der Gewissheit heraus, dass die Zeit schneller als gedacht, sie zum Verschwinden bringen würde. So geschah es auch.
Sein Buch hält diese Zeit bäuerlicher Baukultur, die ja praktisch seit dem 16. Jahrhundert unverändert geblieben war, fest. Ein Standardwerk, „Häuser,Höfe, Handwerkskunst…“.

Johannes Rauter

Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe.

Schreibe einen Kommentar

Zillertaler Heimatstimme

Service