Waldviertel und Südböhmen – Kulturreise und Wallfahrt
Heuer hat sich auf Einladung der Nichte unseres Obmannes, welche als Schwester der Missionsgemeinschaft Familie Mariens im tschechischen Wallfahrtsort Maria Trost in Dobra Voda lebt, ergeben, dass wir eine Kulturreise und eine Wallfahrt gemeinsam in Südböhmen erleben durften.
Ausgangspunkt unserer Aktivitäten war das Hotel Nordwald in Hirschenwies, Gemeinde Harbach. Dort befanden wir uns inmitten einer fast grenzenlos wirkenden, hügeligen Waldlandschaft, weitab von Siedlungsgebieten.
Auf dem kulturell ausgerichteten Anteil unseres Programmes begleitete uns ein örtlicher fachkundiger Reiseführer in die Kulturerbe-Stadt Krumau und den Lipno Stausee.
Bei der Ankunft in Krumau zeigte sich unmittelbar die Wirkung ihres Kulturerbe-Status; Overtourism in den engen Gassen der Altstadt.
Wir haben mit unserem Führer den innersten Altstadtkern durchwandert. Einzigartig in der Welt gibt es in Krumau den Edelstein Molavit, welcher nur im Moldautal vorkommt. Dieser Moldavit ist Material aus einem Meteoriteneinschlag, welcher sich vor 15 Millionen Jahren in Süddeutschland ereignet hat.
Neben unserem Fremdenführer haben wir als Krumau-Besucher auch noch historische Persönlichkeiten kennengelernt: der berühmte Maler Egon Schiele wohnte und arbeitete einige Zeit dort, bis ihn die Einheimischen verjagten; ebenso soll der in unsere Altersgruppe noch bekannte „brave Soldat Schwejk“ dort zu Hause gewesen sein.
Auf einem schroffen Felsvorsprung thront das Schloss mit der berühmten Mantelbrücke und dem Schlossturm, dem Wahrzeichen von Krumau.
Ein Abstecher auf der Rückfahrt zu unserem Hotel führte uns an den Lipno Stausee, welcher in der Sowjetzeit errichtet wurde. Zwei Dörfer sind im See versunken.
Nach einer kurzen Schifffahrt und einer Fahrt über Land ging dieser ereignisreiche Tag zu Ende.
Den Wallfahrtstag organisierte und begleitete Sr. Angela Kreidl mit ihren Mitschwestern in liebevoller Weise. Die Gemeinschaft „Familie Mariens“, welcher Sr. Angela angehört, betreut neben ihren caritativen Tätigkeiten zwei Wallfahrtorte; das Barmherzigkeitskloster Gratzen (Nové Hrady) und den Wallfahrtsort Maria Trost in Brünnl (Dobra Voda).
Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges waren die Kirchen und Klöster in Tschechien durchwegs verwüstet und verlassen, so auch in Nové Hrady und Dobra Voda. Die Serviten, die den Ort ursprünglich betreuten, beauftragten einen ihrer Patres, die Mission dort wieder aufzunehmen. P. Bonfilius. Er begann, die desolaten Gebäude zu renovieren. Nach seinem Tod im Jahre 2005 übernahm die „Familie Mariens“ die Mission in Nové Hrady und Brünnl. Die Gemeinschaft setzte die Renovierungsarbeiten in Maria Trost in Brünnl fort und heute erstrahlt die Wallfahrtskirche und das alte Pfarrhaus, das jetzt als Schwesternhaus dient, wieder in altem/neuen Glanz.
Die Entstehung der Pilgerstätte Maria Trost geht auf eine seit langem bekannte Heilwasserquelle zurück. Daraus entwickelte sich allmählich der Wallfahrtsort mit der heutigen Wallfahrtskirche.
Auch wir feierten mit unserem Pfarrer Peter Rabl und mit unserer Singgemeinschaft dort den Gottesdienst.
Die vorgesehene Wanderung über den Kreuzweg beim Kloster Rimau (Římov) konnte witterungsbedingt nur ein Teil unserer Gruppe in einem Teilabschnitt begehen. Dieser Wallfahrtsort umfasst die Hl. Geist-Kirche, die Loretokapelle und dem Pilgerweg mit 25 Stationen.
Danke für das schöne Reiseerlebnis an Anton und Evi, an die Schwestern rund um Sr. Angela, unseren Pfarrer Peter und den Chor unter Leitung von Cilli sowie an unseren fachkundigen Guide Jaromir Sykora und unserem Fahrer Horst.
Dagmar und Franz Meisl
Foto: Seniorenbund Zell/Ziller

