Ein würdevolles Jubiläum feierten heute die Tux-Zillertaler Züchter anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens. In den 1970er-Jahren stand dieses Tiroler Kulturgut kurz vor dem Aus. Nur Dank weniger Idealisten und der Gründung der Tux-Zillertaler Züchtervereinigung 1986 konnte die Rasse gerettet werden.
Obmann Alois Huber konnte viele Ehrengäste begrüßen sowie Teilnehmer aus der Schweiz, Deutschland, Südtirol und mehreren Bundesländern. Am Beginn der Versammlung wurde dem 2025 verstorbenen Ehrenmitglied Ing. Andreas Moser und stellvertretend den verstorbenen Funktionären und Tux-Zillertaler Züchtern gedacht.
Besonders für Beachtung sorgt der aktuelle Unesco-Antrag der Rasse, über den in den nächsten Wochen entschieden wird. Zuchtleiter Christian Moser blickte auf 40 Jahre zurück und arbeitet aktuell mit Martin Reiter an der Neuauflage des Buches über die Tux-Zillertaler, wo neueste wissenschaftliche Ergebnisse basierend auf Ausgrabungen beispielsweise am Brixlegger Mariahilfbergl, und der weltweit einzigartigen Adametz-Schädelsammlung vom Naturhistorischen Museum in Wien und genetischer Untersuchungen immer mehr bestätigen, dass die Abstammung und Verbreitung der Tuxer von den Eringern über die sog. Walserwanderungen nicht richtig sind. Vielmehr handelt es ich bei den Tux-Zillertalern um Restbestände aus der Frühbronzezeit bzw. dem Neolithikum (Jungsteinzeit). Damit kann die Tiroler Urrasse der Tux-Zillertaler Rasse auf eine 6.000-jährige Geschichte zurückblicken.
Im Rahmen dieser Recherchen fand Christian eine interessante Anmerkung in der wissenschaftlichen Arbeit vom Universitätsrektor der Bodenkultur in Wien Leopold Adametz aus dem Jahr 1932 zu den „Glückskühen“, die folgend lautet: „Erwähnenswert ist die Tatsache, dass namentlich die dunkel gefärbten Tuxer Kühe einem alten Brauch gemäß bis vor kurzem als Einzelindividuen, als sogenannte Glückskühe vielfach auch in solchen Stallungen gehalten wurden, in denen eine ganz andere Rasse gezüchtet wurde.“ Wie Christian Moser dazu anmerkte, kann man heute umso mehr stolz und glücklich sein, dass man dieses alte Tiroler Kulturgut und die Tiroler Urrasse für die Nachwelt gerettet hat. Wahrscheinlich ist die Tux-Zillertaler Rasse auch die einzige, die man in den Ställen und im Museum bewundern kann.
Im Rahmen der Jubiläumsversammlung fanden auch die Verleihung von Ehrenmitgliedschaften statt. Weiters wurden noch Züchter für ihre besonderen Leistungen im Management geehrt.
Vor der Veranstaltung gab es für die Besucher auch die Möglichkeit, die Sonderausstellung zur Tux-Zillertaler Zucht im Heimatmuseum in Fügen zu bewundern, welche 2001 Jahren eröffnet wurde.



