Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, wird gefeiert von Aschermittwoch bis Karfreitag. Wir feiern die Vorbereitung auf das Osterfest. Wenn uns am ersten Fastensonntag gesagt wird: „Bekehrt euch und glaubt“, dann ist das das Entscheidende für unser Christsein. „Bekehrt euch!“ heißt im griechischen Urtext des Evangeliums „metanoeite“, was soviel heißt wie „Tuet Buße!“ oder „Kehrt um!“ oder „Ändert euch!“ In allen Übersetzungen geht es im Grunde um dasselbe: Der Mensch soll ein anderer, ein neuer Mensch werden. Er wird es, indem er sich ganz bewusst auf den Weg macht, Gott näher zu kommen und glaubt. Bekehrung und Glaube sind die zwei Seiten einer Medaille. Es wäre gut, wenn wir in der Hast und Hetze unserer Tage zur Ruhe und zur Besinnung finden und damit auch zum lebendigen und liebenden Gott. Unser Leben hat Sinn und Ziel.
Was das Fasten betrifft: Seit dem 2. Jahrhundert hat die Kirche ein zweitägiges Fasten vor dem Osterfest. Das wurde im 3. Jahrhundert auf die ganze Karwoche ausgeweitet. Fasten im Sinne der kirchlichen Fastenzeit ist heutzutage nicht mehr sehr beliebt, auch bei Christen nicht. Fasten heißt verzichten. Und das muss nicht unbedingt das Essen betreffen. In der Bibel steht beim Evangelisten Matthäus: “Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht.” Er meint damit: Schau nicht trübselig drein, damit die anderen gleich sehen, dass du fastest. Die anderen sollen es gar nicht merken”, so schreibt Matthäus, “sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht”. Wenn du fastest, tu es also nicht wegen der anderen. Tu es für dich und deine Beziehung zu Gott!
„Es ist gut, zu beten und zu fasten, barmherzig und gerecht zu sein.“ Die Bibel, Tobit 12,8
„Die Aufgabe der österlichen Bußzeit besteht für uns darin, dass wir uns der Liebe Gottes vergewissern, damit unser Dank in diesen Tagen und Wochen glaubwürdig und überzeugend ist.“
Wilhelm Schmidt

